Hydrierte Pflanzenöle (HVO) aus Rest- und Abfallstoffen sind Biokraftstoffe der zweiten Generation. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung eines HVO-Pilotbetriebs wurden zahlreiche Erkenntnisse generiert, um die Eignung als Ersatz für fossilen Diesel zu bewerten. Der großen Anzahl von Dieseltriebwagen mit langen Restlebensdauern entsprechend liegt der Fokus auf dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Im Rahmen einer Messkampagne wurde am Beispiel der Baureihe 628.4 das Motorverhalten sowie die Zusammensetzung des Abgasmassenstroms für beide Kraftstoffe analysiert. Der Fokus lag hier auf den lokal auftretenden Veränderungen der Schadstoffemissionen, unabhängig von den übergeordneten CO2-Emissionsreduktionspotenzialen. Die Untersuchung der Zertifikatemechanik offenbart Lücken, die mit übergesetzlichen Beschaffungskriterien kompensiert werden können. Im Kontext des derzeitigen Markthochlaufs dieses Biokraftstoffs wurden auch die Verfügbarkeitsperspektive und Kostenstruktur betrachtet, um eine umfassende Entscheidungsgrundlage für eine etwaige Verstetigung des Einsatzes auf der Schiene zu bieten.