Metrogetriebe für Hamburg: ZF liefert Technologie für Deutschlands größtes U-Bahn-Projekt
Die neue Linie U5 der Hamburger Hochbahn © Alstom
24 Haltestellen auf über 29 km Strecke, vollautomatisierte und fahrerlose 90-Sekunden-Taktung, rund 315 000 Fahrgäste pro Tag, so eine konservative Schätzung: Die neue Linie U5 der Hamburger Hochbahn ist ein wichtiger Baustein in der Mobilitätswende der Elbmetropole.
Passend zur neuen U-Bahn-Linie hat Hamburg auch eine komplette Flotte an Elektrotriebwagen der neuen Generation DT6 bei Alstom geordert. ZF wiederum liefert für diese neue Fahrzeug-Generation ein speziell entwickeltes Getriebe. Zusätzlich zum Einsatz auf der Linie U5 werden die neuen DT6-Fahrzeuge auch sukzessive Teile der Bestandsflotte des restlichen Netzes ersetzen.
ZF hat das neue Getriebe für den DT6 von Grund auf entwickelt. Das zweistufige Stirnradgetriebe kann eine Achslast von maximal 10 000 kg stemmen sowie eine Motorleistung von 95 kW bzw. ein Motordrehmoment von 378 Nm bei 2 400 U/min verarbeiten. Speziellen Fokus legte ZF auf das Geräuschverhalten. Das Getriebe agiert besonders leise, da die Ingenieure sowohl die Gehäusekontur als auch die Verzahnung optimiert haben. Das Gehäuse selbst besteht aus Aluminium, was das Gewicht senkt. So bringt das System trocken nur rund 210 kg auf die Waage.
ZF fertigt das neue Getriebe am Standort Friedrichshafen und liefert es an Alstom. Im Auftrag der Stadt Hamburg verbaut der französische Konzern das Getriebe in die neuen Schienenfahrzeuge des Typs DT6. Im ersten Abruf produziert ZF 384 Getriebe für 48 Fahrzeuge. Das erste Testgetriebe wird Ende 2026 ausgeliefert, die Serienmodelle ab dem ersten Quartal 2027.
Nach den ersten 48 Fahrzeugen sollen jährlich 20 weitere als Folgeoption abgerufen werden. Über den Zeitraum von rund anderthalb Jahrzehnten (analog zur Gesamtbauzeit der U5-Strecke) wird ZF somit insgesamt 2 992 Getriebe produzieren und in Serie ausliefern.
Stirnradgetriebe von ZF © ZF