Die etwas andere Auseinandersetzung mit der Eisenbahn in Deutschland – und ihrem heutigen Zustand
Anhand von Ereignissen und Episoden im Leben des Urgroßvaters, Großvaters, Vaters und des Autors werden Aspekte der Geschichte der Deutschen Eisenbahnen und der technischen Entwicklungen geschildert.
Die Vorfahren des Autors arbeiteten als Bauern und Handwerker.
Der Urgroßvater diente in der Kaiserzeit der Hessischen Ludwigsbahn und später der Königlich Preußischen Eisenbahn als Bahnwärter in Kranichstein bei Darmstadt. Er erlebte die Blütezeit der Länderbahnen bis über den ersten Weltkrieg hinaus.
Der Großvater hat beide Weltkriege und zweimal den Währungsverfall erlebt und war zur Zeit der Weimarer Republik, in der Nazizeit und der Zeit der frühen Bundesrepublik als Bahnhofsvorsteher und als erster Betriebsbeamter im Eisenbahnbetriebsamt tätig. Als Beamter belastete ihn der Widerspruch zwischen seinen Überzeugungen und den Pflichten, dem Staat und damit dem Naziregime zu dienen.
Der Vater trat als Ingenieur für das Fachgebiet Eisenbahnbau 1933 in den Dienst der Reichsbahn. Im 2. Weltkrieg war er zeitweise im Bauzug in Italien unterwegs und reparierte Gleise. In den ersten Jahren der Bundesrepublik Deutschland war sein Thema, die Fahrbahn dem Betrieb zuverlässig zur Verfügung zu stellen. Parallel zur Phase des Wiederaufbaus und der Modernisierung führte der Siegeszug des Automobils zu einer völligen Veränderung des Verkehrs mit gravierenden Auswirkungen auf die Bahn.
Im weiteren Teil des Buches setzt sich der Autor mit den Chancen der Bahn als klimaschonendes Verkehrsmittel auseinander. Er kritisiert, dass die Politik die Chancen dieses Verkehrsmittels nicht ausreichend nutzt.
In einem weiteren Teil geht es um die aktuelle Krise der Deutschen Bahn. Diese auf die „marode Infrastruktur“ zu schieben, ist zu kurz gesprungen. Eine Reihe von Schwachpunkten und Fehlentwicklungen werden aufgezeigt. In der Analyse der japanischen und der Schweizer Bahn werden Erfolgsfaktoren für einen zuverlässigen Betrieb herausgearbeitet. Es wird aufgezeigt, wie es möglich wird, die Uhren wieder nach der Bahn zustellen.
Schließlich werden Perspektiven aufgezeigt. Dazu gehören insbesondere die Digitalisierung, eine veränderte, kunden- und pünktlichkeitsorientierte Unternehmenskultur, ein Bündel von Maßnahmen, um die Zuverlässigkeit zu steigern und die berechtigte Hoffnung auf die nächste Generation engagierter
Eisenbahner.
Über den Autor:
Dr.-Ing. Werner Weigand arbeitete über 40 Jahre bei der Deutschen Bahn. Er war im mittleren Management in den Zentralen von DB Fernverkehr und DB Netz AG mit Fahrplan-, Infrastruktur- und strategischer Netzplanung befasst. Schwerpunkte waren u. a. Planungen von InterRegio- und internationalen Routen und der ICE für die Schnellstrecken Berlin–Hannover und Köln-Rhein/Main. Er plante die Weiterentwicklung großer Eisenbahnknoten und Anforderungen der DB an die Bundes-
verkehrswegeplanung.
Eisenbahnerfamilie: Vier Generationen von der Länderbahn zur aktuellen Krise und zur Bahn der Zukunft
372 Seiten, mit zahlreichen Fotos, Format: 14,8 x 21 cm
16,99 € oder als E-book für 11,99 € erhältlich,
ISBN der Print-Ausgabe: 978-3-695616-18-3,
ISBN der E-Book-Ausgabe: 978-3-819424-98-4
Rezensent: Prof. Dr.-Ing. Markus Hecht