Bahn feiert Richtfest am Bonatzbau
Start für den Endspurt im Bonatzbau: Jens Borgschulte (Züblin), Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, Ralf Thieme (Vorstand Personenbahnhöfe DB InfraGO), Oberpolier Steffen Kuder, Architekt Christoph Ingenhoven, Tragwerksplaner Werner Sobek, Ministerial-direktor Berthold Frieß (Land), Bernhard Bauer (Projekt Stuttgart-Ulm e. V.) und S21-Projektchef Olaf Drescher (v. l.) © Reiner Pfisterer
Die Deutsche Bahn erreicht bei der Sanierung des historischen Stuttgarter Bahnhofsgebäudes ein wichtiges Etappenziel und hat am Donnerstag, 16. Oktober 2025, Richtfest gefeiert. Der Rohbau am denkmalgeschützten Bonatzbau geht dem Ende entgegen, die Ausbauarbeiten laufen. Der Bonatzbau wird für die Reisenden fit gemacht als Bahnhof der Zukunft und für die Erfordernisse des modernen Eisenbahnverkehrs.
Bedarf und Komfort der Fahrgäste und Bahnhofsbesucher stehen bei der Modernisierung an erster Stelle. Reisende gelangen künftig ebenerdig ins Bahnhofsgebäude und barrierefrei zum Bahnsteig. Die Wege verkürzen sich. Auf zwei Ebenen öffnet sich künftig eine hell gestaltete Halle. Zudem entstehen im Bonatzbau mehr als 30 Flächen für Einzelhandel und Gastronomie sowie ein neues Hotel mit rund 150 Zimmern. Der Umbau des Gebäudekomplexes schafft überdies Raum für einen verkehrsberuhigten Bahnhofsvorplatz, davon profitieren auch die Reisenden.
Architekt Christoph Ingenhoven ist es gelungen, den denkmalgeschützten Bonatzbau mit dem futuristischen neuen Durchgangsbahnhof, dem Herzstück von Stuttgart 21, zu verschmelzen. Der runderneuerte Bonatzbau verbindet als urbaner Treffpunkt die Stuttgarter Innenstadt mit dem Stadtentwicklungsprojekt Stuttgart Rosenstein.
Die Arbeiten am Innenausbau schreiten im gesamten Gebäude zügig voran, ebenso die technische Gebäudeausrüstung. Zur geplanten Eröffnung des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs im Dezember 2026 wird der Bonatzbau die für eine Verkehrsstation notwendigen Funktionen erfüllen. Ende 2027 wird der Bonatzbau den Reisenden komplett mit allen Angeboten zur Verfügung stehen.
Seit Baubeginn hat die DB unter Beachtung der Vorgaben des Denkmalschutzes den Bonatzbau entkernt. Unter anderem blieben die Außenmauern erhalten. Sie wurden mit einem innen verankerten, dreidimensionalen Stahlgerüst stabilisiert. Der Innenbereich wurde mitsamt einem neuen Technikgeschoss komplett neu gebaut. Am noch teilweise eingerüsteten, 56 Meter hohen Bahnhofsturm haben Spezialisten die Fassade aus Muschelkalk Stein für Stein gereinigt und geprüft. Beschädigte Fassadensteine wurden ausgetauscht. Die Herausforderung bei der Modernisierung: Da der Bonatzbau mehr als 100 Jahre alt ist und im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde, stimmten die vorliegenden Pläne oft nicht mit der Bausubstanz überein. Eine fortlaufende Aufnahme der bestehenden Bausubstanz war daher zwingend erforderlich und stellte alle Beteiligten vor eine große Herausforderung, die gemeinsam bewältigt werden konnte.