Bahn beginnt mit vorbereitenden Arbeiten für Pfaffensteigtunnel
Bahn beginnt mit vorbereitenden Arbeiten für Pfaffensteigtunnel © Deutsche Bahn / Jannik Walter
Der Ausbau und die Modernisierung der internationalen Bahnverbindung Stuttgart – Zürich gewinnen an Fahrt. Die Deutsche Bahn hat am Montag, 9. Februar 2026, mit den Vorarbeiten für den Vortrieb des Pfaffensteigtunnels begonnen. Nördlich des Flughafens Stuttgart und der Autobahn A8 laufen die Erdarbeiten auf der zentralen Baustelleneinrichtungsfläche. Erst kürzlich hatten Bund und Bahn die Finanzierungsvereinbarung für den Pfaffensteigtunnel geschlossen, im Dezember 2025 hatte das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die Baugenehmigung für den Großteil des Projekts erteilt.
Im Rahmen der jetzt begonnenen vorbereitenden Arbeiten wird zunächst auf einer rund drei Hektar großen Fläche der Ober- und Unterboden abgeschoben.
Anschließend werden die Zufahrten zu dieser Fläche hergestellt, Vorbereitungen für den Bau einer Lärmschutzwand getroffen sowie der Einsatz von Großbohrgeräten vorbereitet. Die nun laufenden Arbeiten dienen dazu, dass im Anschluss der Startschacht für die maschinellen Tunnelvortriebe gegraben werden kann. Vom Startschacht aus werden die beiden Röhren mit zwei Tunnelvortriebsmaschinen aufgefahren.
Mit dem Pfaffensteigtunnel und dem Partnerschaftsmodell Schiene wird erstmals ein Infrastrukturgroßprojekt der Bahn in sämtlichen relevanten Leistungsphasen gemeinsam mit späteren Auftragnehmern als Allianzpartner realisiert.
Die Planung des Projekts ist in Abschnitte aufgeteilt. Die für den Planfeststellungsabschnitt (PFA 1) Ende 2025 erteilte Baugenehmigung umfasst den bergmännisch herzustellenden Teil des Pfaffensteigtunnels mit einer Länge von 10,8 Kilometern. Im PFA 2 schließt sich der in offener Bauweise zu errichtende rund 300 Meter lange Teil des Pfaffensteigtunnels an, gefolgt von den oberirdischen Streckenabschnitten bis zur zwischen Böblingen und Sindelfingen gelegenen S-Bahn-Station Goldberg. Die Planfeststellungsunterlagen für den zweiten Projektabschnitt hat die Bahn im April 2025 beim EBA eingereicht.
Der Ausbau der Gäubahn – und damit auch der Bau des Pfaffensteigtunnels – ist im Bedarfsplan für die Bundesschienenwege als vordringlich aufgeführt. Somit liegt der Pfaffensteigtunnel als Teil des Bundesschienenwegeausbaugesetzes im „überragenden öffentlichen Interesse“. Der Bund hat deshalb die Deutsche Bahn mit dem Bau des Tunnels beauftragt.
Mit dem Pfaffensteigtunnel wird die Gäubahn an den Flughafen sowie weiterführend an den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof angeschlossen. Somit erfüllt der Tunnel auch einen wesentlichen Teil des von den Stuttgart-21-Projektpartnern geschlossenen Finanzierungsvertrags.
Der Tunnel bildet die Basis für den Deutschlandtakt auf der Gäubahn und für eine rund 15 Minuten kürzere Reisezeit zwischen Stuttgart und Zürich.