Im deutschen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) gibt es zahlreiche Einstiegssituationen mit Höhenunterschieden, die ein barrierefreies Ein- und Aussteigen erschweren. Ursache sind historisch gewachsene, unterschiedliche Bahnsteig- und Einstiegshöhen. In einer vom Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) beauftragten Studie wurden deutschlandweit Fahrzeugeinstiegshöhen, Bahnsteighöhen und Fahrplandaten kombiniert, um Einstiegssituationen gleisgenau zu erfassen. Die Analyse von 520 SPNV-Linien zeigt, dass derzeit nur etwa 9 % der Linien eine durchgängig einheitliche Bahnsteighöhe aufweisen. Selbst nach der Umsetzung des Bahnsteighöhenkonzepts der Deutschen Bahn AG (DB) würde dieser Anteil auf nur 43 % steigen. Erschwerend kommt hinzu, dass in mehreren Bundesländern zwei konkurrierende Zielhöhen – 55 cm und 76 cm – nebeneinander existieren. Folglich wird es auf vielen Strecken weiterhin gemischte Bahnsteighöhen geben, was den Einsatz von fahrzeugseitigen Einstiegshilfen, Fahrzeugen mit mehreren Einstiegshöhen und anderen Maßnahmen erforderlich macht.