Der Schienengüterverkehr gilt – zu Unrecht – häufig als Sorgenkind der Verkehrspolitik. Unter dem Primat der eigenwirtschaftlichen Produktion konzentriert sich der Sektor zunehmend auf Ganzzugverkehre und Angebote des Kombinierten Verkehrs. Demgegenüber wurden und werden regionale Zugangsstellen für Sendungen im Wagenladungsverkehr eher zurück- als neugebaut. Dabei bildet Deutschland keine Ausnahme, sondern ähnliche Entwicklungen lassen sich europaweit feststellen. Die Vernetzung des ländlichen Raums mit den leistungsfähigen Achsen des Transeuropäischen Verkehrsnetzes ist ein zentrales Ziel der Territorialen Agenda 2030 der EU, in deren Folge Interreg-Projekte wie REIF und Rail4Regions raumplanerische, organisatorische und eisenbahnbetriebliche Ansätze erforschen und so erproben, wie der regionale Schienengüterverkehr jenseits des Ganzzugverkehrs unter systematischer Einbeziehung und Information der regionalen Akteure aus Industrie, Planung und Bahnbetrieb gestärkt werden kann.