Prud’hommes Grenzwert limitiert die Summe der Führungskräfte (∑Y) eines Radsatzes in Abhängigkeit der vertikalen Radsatzkraft. In der EN 14363 [1] werden die fahrtechnischen Prüfungen für die Zulassung von Schienenfahrzeugen geregelt. Das Prud’homme Kriterium wird darin als eine Beurteilungsgröße für die Fahrsicherheit herangezogen und soll die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen seitlichen Ausknickens des Gleisrostes verringern. Dieser Wert basiert auf Untersuchungen von Prud’homme aus dem Jahr 1967, die sich nicht mit dem plötzlichen Ausknicken eines Gleisrostes sondern mit dem Auftreten von inkrementellen Querverschiebungen des Gleises befassten. In dieser Arbeit werden Prud’hommes Untersuchungen und die Änderung der Anwendung seiner Formel den wichtigsten Einflussparametern auf die horizontale Gleislagestabilität gegenübergestellt. Daraus ergibt sich die Fragestellung nach der richtigen Einordnung des Grenzwertes im aktuell gültigen Normenwerk.