Der Beitrag behandelt das Auftreten und die Charakteristik von Rollierschwingungen angetriebener Radsätze sowie deren Relevanz im deutschen Genehmigungsprozess. Die praktische Durchführung der geforderten Messkampagnen ist mit erheblichem Aufwand verbunden und zeigt aufgrund der Natur von Rollierschwingungen eingeschränkte Planbarkeit. Darüber hinaus kann die gezielte Beeinflussung der Rollierschwingungsamplituden für die Erwirkung der Genehmigung des Schienenfahrzeugs essentiell werden.
Ausgehend von den physikalischen Zusammenhängen werden Maßnahmen zur Reduktion der Schwingungsamplituden diskutiert. Im Mittelpunkt steht ein antriebsstrangunabhängiger Rollierschutz von Plasser & Theurer, der eine echtzeitfähige Detektion signifikanter Rollierereignisse sowie eine modellbasierte Abschätzung des dynamischen Torsionsmoments ermöglicht. Durch eine gezielte Beeinflussung der Traktion können kritische Amplituden begrenzt und die Nachweisführung unterstützt werden.